Augentraining- funktionaloptometrisches Visualtraining
Die Funktionaloptometrie ist eine Wissenschaft, die sich mit der Sinnesverarbeitung und den Zusammenhängen des Sehens, dem Sehverhalten von gesunden Augen, beschäftigt. Sie ist ein spezielles Teilgebiet der Augenoptik.
Ein besonderes Augenmerk im Augentraining gilt dabei den Funktionsstörungen, die – wie gesagt bei gesunden Augen – aufgrund eines gestörten Sehverhaltens oder einer fehlerhaften Sehentwicklung auftreten und zu Schwierigkeiten der visuellen Wahrnehmung führen. Dabei wird ein besonderes Sehdefizit nie isoliert, sondern immer als Teil des Gesamtsystems verstanden.
Der Mensch wird als eine Einheit gesehen. Alles sollte in Balance gebracht werden, Leben im Gleichklang mit Körper, Geist und Seele.
Sehen bedeutet Wahrnehmen, hierbei hilft das Augentraining
Sehen bedeutet, die Bilder, die vom Auge aufgenommen werden, vor allem zu verstehen. Dazu braucht man Erfahrung. Erfahrung erhält man durch Lernen. Lernen ist abhängig von Zeit (Erfahrung zu einem bestimmten Zeitpunkt) und Raum (Umwelt).
Schon bei einem neugeborenen Kind arbeiten die Augen, sie liefern Bilder. Dem Kind sind diese Bilder aber noch nicht bewusst. Jedes Bild wird im Gehirn mit den Informationen der anderen Sinne verglichen und gespeichert. Es entsteht mit der Zeit ein immer größerer Vorrat an Bildern, um den visuellen Input verstehen zu können und zu interpretieren.
Hierfür muss das visuelle System, das aus verschiedenen Teilgebieten besteht, effizient funktionieren können, wie die Zahnräder eines Uhrenlaufwerkes, dass wird duch ein individuelles Augentraining erreicht.
Arbeiten die verschiedenen Teilgebiete nicht ideal miteinander, können die Ursachen dafür unterschiedlichster Natur sein, u.a.:
- Veränderung der Umwelt, Familie
- innerer Stress, stets ansteigende Spannungszustände
- äußerer Stress, bedingt durch Schule oder Beruf
Seit man von dem ganzheitlichen Aspekt an die Sehkraft überzeugt ist, schafft es die Möglichkeit visueller Führung und Augentrainings im Rahmen des ganz individuellen Entwicklungsstandes des Kindes. Hierbei ist zu betonen, dass kein Wesen getrennt funktioniert, sondern nur als eine Gesamtheit.
Augentraining ist geeignet :
- für Kinder mit Lese-und Lernschwierigkeiten, Aufmerksamkeitsdefiziten
- bei ansteigender Kurzsichtigkeit
- für Erwachsene mit Burn-Out-Syndrom
- zur Stabilisierung allgemeiner visueller Fähigkeiten, bei schneller Ermüdung am PC, gerötete und tränende Augen
- zur Begleitung in einer Amblyopietherapie, die meist mit dem Abkleben eines Auges verbunden ist
- um das fortschreiten der Alterssichtigkeit zeitlich zu verzögern
- bei Unwohlsein mit neuer, korrekt ausgemessener Brille
Optometrisches Visualtraining (Augentraining) ist ein individuell auf das Problem des Einzelnen abgestimmtes Trainingsprogramm. Es kann, wie schon erwähnt, nur bei gesunden Augen Anwendung finden. Das vorher exakt analysierte Defizit der visuellen Wahrnehmung wird mit speziellen Übungen „aufgearbeitet“. Fehlentwicklungen im beidäugigen Sehen können durch ein gezieltes Augentrainings-Programm vermindert oder ganz behoben werden. Dabei findet auch eine schrittweise Entwicklung des Bewusstseins statt. Es ist wichtig das Veränderungen in den äußeren Zuständen angenommen und für sich akzeptiert werden, wie z.B. Änderung der Lese- und Schreibhaltung (z.B. mit Hilfe eines Lesepults).
Eine dauerhafte Verbesserung ist mit Übungen zu erreichen, die alle 14 Tage in einer Praxistrainingseinheit erlernt werden. Das Augentraining sollte dann täglich ca. 15 Minuten zu Hause wiederholt werden. Das gesamte Programm für ein erfolgreiches Augentraining erstreckt sich über einen Zeitraum von einem halben bis zu einem Jahr.


